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By Professor Dr. A. Bielschowsky (auth.), Professor Dr. A. Bielschowsky (eds.)

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Bei der Aufnahme öffentlicher Urkunden entfällt", wie das Reichsgericht ausführt (RGEntsch. Band 36, S. " Wählt der Blinde die Form der öffentlichen Beurkundung, oder handelt es sich um Geschäfte, für die allgemein die öffentliche (gerichtliche oder notarielle) Beurkundung vorgeschrieben ist, z. B. 7. Mai 1898 Platz. Dieser, eine Sonderbestimmung für verschiedene Gebrechen enthaltende Paragraph fordert, daß· der Richter einen Gerichtsschreiber oder zwei Zeugen, der Notar einen zweiten Notar oder zwei Zeugen zuzieht, wenn einer der Beteiligten wirklich oder auch nur nach der Überzeugung des Richters oder des Notars blind ist.

Auch ~uf Oberlyzeen, wo an Stelle der erzieherischen Tätigkeit stärker die dozierende tritt, müßte ein Blinder mit Erfolg als Lehrer verwendet werden können. Wahrscheinlich erscheint auch die Beschäftigungsmöglichkeit an Kadettenanstalten, wo durch die ständige Anwesenheit eines Offiziers im Klassenzimmer die Disziplin leicht aufrecht zu halten ist. Es kämen auch· hier als Fächer besonders Religion und Geschichte in Betracht. Der ehemalige blinde Philologiestudierende kann als Pr i v a t1 ehre r sein Einkommen finden.

Es steht fest, daß der Blinde das Studium philologischer Fächer durchführen kann. Bei der Durchführung des Studiums historischer Fächer ergibt sich die Schwierigkeit, daß ein archivalisches Arbeiten und in großem Umfang ein Quellenstudium nicht ermöglicht werden kanp. Trotzdem aber kann nach den geltenden Bestimmungen der Blinde dem staatlichen Abschlußexamen in der Geschichte sich unterziehen. Der Lehrer ist aber in erster Linie Erzieher, nicht Bearbeiter der Wissenschaft. Er ist der Klassenlehrer, der Ordinarius; nicht dozierende, sondern erzieherische Tätigkeit steht im Vordergrunde.

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